Mai 2020: Gedenken an die jüdischen Korporierten

By | 24. Mai 2017
Fritz Löhner-Beda

– In diesem Monat jährt sich das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum 75. Mal. „Man kann dieses Land nur mit gebrochenem Herzen lieben“, sagte anläßlich dieses Gedenktages Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Wie könnte man dies deutlicher zeigen als anhand des unnachahmlichen Schlagers „Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren“? Was könnte besser zur einer studentischen Hymne des geistigen Widerstands gegen die Verfinsterung durch den Nationalsozialismus taugen? Im Jahre 1934 textete dieses Lied kein Geringerer als Fritz Löhner-Beda, der Librettist von Bühnenerfolgen wie „Das Land des Lächelns“, der auch sonst reihenweise millionenfach gehörte Kassenschlager erster Güte produzierte. Löhner-Beda war Mitglied der akademischen Verbindung Kadimah Wien, der zum Beispiel auch Theodor Herzl als Ehrenbursch angehörte.

Die A. V. Kadimah wurde jüngst von Professor Harald Seewann, dem großen Kenner der jüdischen Korporationen, mit einer umfassenden Dokumentation gewürdigt. In unserer Rubrik „Aus der Forschung“ wird dieses Werk aktuell besprochen. Pars pro toto steht nicht zuletzt deswegen in diesem Monat des Gedenkens Fritz Löhner-Beda. Wenige Jahre nach seinen gigantischen Bühnenerfolgen und auch nach seiner unsterblichen Liebeserklärung an das studentisch-korporierte Heidelberg wurde er ermordet, 1942. In Auschwitz.